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MARLENE SCHRETTER

Corporate Design vs Editorial Design

  • Autorenbild: Marlene Schretter
    Marlene Schretter
  • vor 3 Stunden
  • 5 Min. Lesezeit

In der Welt der visuellen Kommunikation werden Corporate Design und Editorial Design oft miteinander verwechselt, doch sie dienen ganz unterschiedlichen Zwecken. Für Unternehmen, die sich klar und professionell präsentieren möchten, ist es entscheidend, diese Unterschiede zu verstehen. Beide Designbereiche tragen zum Image eines Unternehmens bei, tun dies jedoch auf ganz eigene Weise, die Einfluss darauf hat, wie die Zielgruppe eine Marke wahrnimmt und mit ihr interagiert.


In diesem Beitrag werde ich die wesentlichen Unterschiede zwischen Corporate Design und Editorial Design zusammenfassen, warum beide Bereiche für Unternehmen wichtig sind und wie professionelles Design zum Erfolg eines Unternehmens beiträgt.



Corporate Design Beispiel, Varianten mit Steintexturen
Innovatives und lebendiges Corporate Design: Die Marke "stone4you" präsentiert sich mit vielfältigen und beeindruckenden Steintexturen.

Was ist Corporate Design?


Unter Corporate Design versteht man das visuelle Identitätssystem eines Unternehmens. Es umfasst alle visuellen Elemente, die eine Marke über alle Kontaktpunkte hinweg einheitlich repräsentieren. Dazu gehören Logos, Farbschemata, Typografie, Visitenkarten, Briefköpfe, Verpackungen, Beschilderungen und sogar Uniformen für Mitarbeiter*innen. Das Ziel ist es, ein einheitliches und wiedererkennbares Erscheinungsbild zu schaffen, das die Werte und die Persönlichkeit des Unternehmens widerspiegelt.


Laut Müller und Schmitt (2019) ist Corporate Design ein strategisches Instrument, das Unternehmen dabei hilft, Vertrauen und Wiedererkennbarkeit auf dem Markt aufzubauen. Es stellt sicher, dass jedes visuelle Element mit der Kernbotschaft der Marke im Einklang steht und schafft ein einheitliches Erlebnis für Kund*innen und Partner*innen.


Wesentliche Merkmale des Corporate Designs


  • Konsistenz: Alle Medien folgen denselben gestalterischen Vorgaben.

  • Prägnanz: Das Design macht das Unternehmen wiedererkennbar.

  • Langlebigkeit: Das Corporate Design bleibt über einen längeren Zeitraum hinweg gleich, kann sich jedoch behutsam weiterentwickeln.

  • Anwendung: Wird in allen unternehmensbezogenen Materialien verwendet, sowohl in gedruckter als auch in digitaler Form.


Ein Unternehmen wie BMW nutzt beispielsweise das Corporate Design, um ein einheitliches Erscheinungsbild bei seinen Fahrzeugen, in der Werbung und in den Ausstellungsräumen zu gewährleisten. Diese Einheitlichkeit stärkt die Markentreue und vermittelt Qualität.


Was ist Editorial Design?


Beim Editorial Design stehen das Layout und die visuelle Gestaltung von Inhalten in Publikationen wie Zeitschriften, Magazinen, Zeitungen, Broschüren und Geschäftsberichten im Mittelpunkt. Es befasst sich damit, wie Texte, Bilder und Grafiken so angeordnet werden, dass das Lesenden Freude bereitet und die Informationen klar vermittelt werden.


Im Gegensatz zum Corporate Design, bei dem es um die Markenidentität geht, dreht sich beim Editorial Design alles um das Erzählen von Geschichten und darum, den Lesenden durch den Inhalt zu führen. Es schafft ein Gleichgewicht zwischen Ästhetik und Funktionalität und sorgt dafür, dass die Botschaft leicht nachvollziehbar und optisch ansprechend ist.


Wesentliche Merkmale des Editorial Designs


  • Inhalt-fokusiert: Legt Wert auf Lesbarkeit und Lesefluss.

  • Flexibilität: Passt sich an verschiedene Arten von Inhalten und Formaten an.

  • Kreativität: Nutzt Typografie, Bilder und Leerraum, um die Lesenden anzusprechen.

  • Anpassung: Ändert sich oft mit jeder Auflage oder Veröffentlichung.


Ein gutes Beispiel hierfür ist das Design des National Geographic-Magazins, bei dem das redaktionelle Design die Erzählung durch eindrucksvolle Bilder und gut strukturierte Textlayouts untermalt.


Warum beides für Unternehmen wichtig ist


Sowohl das Corporate Design als auch Editorial Design spielen eine wichtige Rolle bei der visuellen Kommunikation eines Unternehmens, dienen jedoch unterschiedlichen Zwecken.


  • Corporate Design bildet die Grundlage für die visuelle Identität eines Unternehmens. Sie schafft Vertrauen und Wiedererkennbarkeit, die für langfristige Beziehungen zu Kund*innen und Partner*innen unerlässlich sind.


  • Editorial Design fördert die Kommunikation, indem es komplexe Informationen verständlich und ansprechend vermittelt. Es hilft Unternehmen dabei, Geschichten, Berichte und Neuigkeiten so zu präsentieren, dass sie die Aufmerksamkeit der Lesenden fesseln.


Untersuchungen von Heller und Vienne (2017) zeigen, dass Unternehmen mit einem starken Corporate Design und einem gut durchdachten Editorial Design als professioneller und zuverlässiger wahrgenommen werden. Diese Wahrnehmung kann Kundenentscheidungen beeinflussen und die Markentreue stärken.



Editorial Design Doppelseite für ein komplexes Thema, mehr Lesbarkeit und Orientierung für Lesende
Editorial Design für Lesbarkeit und Orientierung, vor allem bei komplexen Themen.

Wie professionelle Gestaltung den Geschäftserfolg fördert


Bei professioneller Gestaltung geht es nicht nur darum, Dinge optisch ansprechend zu gestalten. Es handelt sich um eine strategische Investition, die Kommunikationsziele und das Unternehmenswachstum unterstützt.


Vorteile eines professionellen Corporate Designs


  • Klare Markenidentität: Hilft Kund*innen, das Unternehmen schnell zu erkennen und sich an sie zu erinnern.

  • Wettbewerbsvorteil: Hebt das Unternehmen von der Konkurrenz ab.

  • Vertrauensbildung: Ein einheitliches Erscheinungsbild vermittelt ein Gefühl von Zuverlässigkeit.

  • Interne Ausrichtung: Die Mitarbeiter*innen verstehen die Marke besser und vertreten sie überzeugender.


Vorteile eines professionellen Editorial Designs


  • Verbesserte Lesbarkeit: Macht komplexe Informationen leichter verständlich.

  • Gesteigertes Interesse: Ansprechende Layouts wecken das Interesse der Lesenden.

  • Effektives Storytelling: Unterstreicht die Botschaft des Unternehmens durch visuelle Hierarchie.

  • Flexibilität: Ermöglicht die Anpassung an verschiedene Inhaltstypen und Zielgruppen.


So kann beispielsweise ein Unternehmen, das einen Geschäftsbericht mit professionellem Editorial Design veröffentlicht, seine Finanzergebnisse klar und ansprechend darstellen und damit das Vertrauen der Anleger*innen stärken.


Praktische Tipps für Unternehmer*innen


  • Entwickeln Sie ein umfassendes Corporate-Design-Handbuch, in dem alle visuellen Elemente und Anwendungsregeln definiert sind.

  • Wenden Sie bei der Erstellung von Broschüren, Newslettern oder Berichten die Prinzipien des Editorial Designs an, um die Übersichtlichkeit und Attraktivität zu verbessern.

  • Arbeiten Sie mit professionellen Designer*innen zusammen, die beide Disziplinen beherrschen und Lösungen maßgeschneidert an die Bedürfnisse Ihres Unternehmens anpassen können.

  • Überprüfen und aktualisieren Sie Ihr Corporate Design regelmäßig, um aktuell zu bleiben, ohne an Wiedererkennungswert zu verlieren.

  • Testen Sie redaktionelle Layouts mit echten Nutzer*innen, um sicherzustellen, dass die Inhalte leicht zu navigieren und zu verstehen sind.


Fazit zu Corporate Design vs Editorial Design


Corporate Design und Editorial Design spielen in der visuellen Kommunikation eines Unternehmens unterschiedliche, sich jedoch ergänzende Rollen. Das Corporate Design schafft eine einheitliche und wiedererkennbare Markenidentität, während das Editorial Design darauf abzielt, Inhalte klar und ansprechend zu präsentieren. Beide Bereiche erfordern eine professionelle Gestaltung, um die Unternehmensziele effektiv zu unterstützen.


Das Verständnis dieser Unterschiede hilft Unternehmen dabei, sinnvoll in Design zu investieren und eine stärkere Bindung zu ihrer Zielgruppe aufzubauen. Wenn Sie möchten, dass sich Ihr Unternehmen von der Masse abhebt und klar kommuniziert, sollten Sie darüber nachdenken, wie diese beiden Designbereiche zusammenwirken können, um Ihre Marke und Ihre Botschaft zu unterstützen.



FAQ


Was ist der Unterschied zwischen Corporate Design und Editorial Design?

Corporate Design definiert das visuelle Erscheinungsbild einer Marke – von Logo und Farben bis zur Typografie. Editorial Design gestaltet hingegen Publikationen wie Broschüren, Magazine oder Geschäftsberichte und sorgt dafür, dass Inhalte übersichtlich, leserfreundlich und ansprechend präsentiert werden.

Gehört Editorial Design zum Corporate Design?

Ja, Editorial Design orientiert sich in der Regel an den Vorgaben des Corporate Designs. Dadurch wirken Print- und Digitalpublikationen einheitlich und stärken den Wiedererkennungswert der Marke.

Warum sind Corporate Design und Editorial Design wichtig?

Ein professionelles Corporate Design schafft Vertrauen und macht eine Marke unverwechselbar. Editorial Design sorgt dafür, dass Informationen klar strukturiert, leicht verständlich und optisch ansprechend vermittelt werden. Zusammen unterstützen sie eine konsistente Unternehmenskommunikation.

Wann braucht ein Unternehmen Editorial Design?

Editorial Design ist sinnvoll, sobald Inhalte in Form von Broschüren, Geschäftsberichten, Magazinen, Whitepapern, Katalogen oder digitalen Publikationen veröffentlicht werden. Es verbessert die Lesbarkeit und sorgt für eine professionelle Präsentation.

Kann Editorial Design auch für digitale Medien eingesetzt werden?

Ja. Editorial Design umfasst heute sowohl Print- als auch digitale Formate wie E-Books, Online-Magazine, interaktive PDFs oder digitale Geschäftsberichte. Die Gestaltungsprinzipien bleiben gleich, werden jedoch an die Anforderungen digitaler Endgeräte angepasst.


Quellen


Müller, T., & Schmitt, R. (2019). Corporate Design als strategisches Instrument. Springer.

Heller, S., & Vienne, V. (2017). Design Literacy. Allworth Press.


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